Beiträge

Sprachspagat, mit einem Bein im Bullshit

Es ist garnicht so leicht die richtigen Worte zu finden, wenn man mit Designern und Unternehmern gleichzeitig sprechen will, aber das muss ich mal lernen.

Du oder Sie?

Bei Designern duzt man sich und Unternehmer werden gesiezt. Wenn das so einfach wäre, denn die Grenzen sind fließend und bei meiner Webseite wird es dann ganz unübersichtlich, ich denke oft darüber nach, welche Form in jetzt wählen soll. Wenn ich zu sehr den Unternehmer raus-hängen lasse und von Skalierbarkeit und dem R.O.I. rede, kommt manchmal von Seite der Kreativen: „Was laberst du da eigentlich für nen Bullshit, du BWLer? “ auf der anderen Seite bekomme ich von BWLern oft zu hören, dass ich doch seriöser auftreten soll.

Das du schafft schneller Vertrauen und Nähe, beides wichtig für den Kreativen-Prozess, dagegen schafft das Sie eine professionelle Distanz, die bei der Realisierung hilfreich ist.

Hin und Her

Ich weiß nicht was mir lieber ist, denn im Grunde ist die passende Sprache Situationsabhängig und auch nicht einfach auf den Berufszweig einzugrenzen und ich kann mich einfach nicht entscheiden. Ich will weder alle duzen oder siezen, aber im Blog weiß ich nie wer vorbei kommt. Ich habe keine Ahnung, was da besser ist. Vielleicht mache ich einfach mal „Sie Wochen“ und prüfe die Resonanz.

Fachsprache oder Bullshit-Talk

Auch bei Fachausdrücken gibt es ein ähnliches Problem. Für den einen ist der Begriff redundant und anderen muss man erklären, dass er sehr häufig verwendet wird. Ich halte nichts davon Erwachsene Menschen wie Kleinkinder zu behandeln, aber im Grunde spreche ich zwei verschiedene Sprachen. Vielleicht sollte ich mal ein Glossar erstellen. Auf Fachausdrücke verzichten, werde ich nicht, zumindest wenn nur dadurch eine präzise Beschreibung möglich ist. Wenn es aber geht, versuche ich eine einfache Sprache zu wählen und werde deutsche Begriffe den amerikanischen vorziehen. (Das sollte ich mir mal für mein Manifest merken)

Was meinst du oder was meinen Sie?

[poll id=“8″]

Ich bin seit 2 Monaten im Bullshit Streik

Seit dem 15. April 11:45 bin ich im Bullshit Streik. Bullshit Streik heißt, dass ich mich weigere an Projekten beteiligt zu sein, die ich für Bullshit halte. Also Projekte die den Kunden nicht helfen oder sogar versuchen sie zu täuschen. Für mich sind solche Strategien in einer immer transparenter werdenden Welt zum scheitern verurteilt. Bullshit Streik heißt aber nicht, dass ich keine Werbung mehr machen will. Ich Streike nur bei schlechten Produkten. Ich habe zuviel über Manipulation gelernt, arbeite mit dem Vertrauen der Menschen und das kann ich nur, wenn ich auch ihnen vertraue.

Der Auslöser für meinen Streik war dieser Clip:

Bzw. der Vortrag Digital Natives with a cause von Nishant Shah auf der re:publica10. Der Typ in dem Video ist Matt Harding und er hat beschlossen nicht mehr Computerspiele herzustellen in dem es um den Weltuntergang geht, sondern durch die Welt zu fahren und zu tanzen. Während das Video lief ist mir klar geworden: Um Zeit zu haben um etwas sinnvolles zu machen, muss ich aufhören scheiß zu machen. Und ehrlich gesagt, ich hatte ein wenig Angst. Kann ich mit Design Geld verdienen ohne jeden Bullshit mitzumachen? Kann ich einfach Jobs ablehnen, wenn ich grad eigentlich Aufträge suche? Mit dem Start-Up hatte ich den Ausstieg, wenn es mir zu dumm wird zwar schon geübt, aber meine Erlebnisse bei Bewerbungsgesprächen und im Master machten mir Angst, dass es keine Welt jenseits des Bullshits gibt. Ihr merkt ja am Datum, dass mein Streik schon seit 2 Monaten läuft, ohne dass ich es kommentiert habe. Es musste erst mal reifen. Ich hatte Angst davor, doch wieder Bullshit machen zu müssen und dann als Idiot da zu stehen. Das Problem, dass ich mir bei keinem Arbeitgeber die Projekte aussuchen kann, war auch ein Grund für den Start von Hello & Like. Die ersten Gespräche laufen echt gut und es macht mir viel mehr Spaß echte Produkte und Marken mit echten Menschen zu verbinden, statt Scheinrealitäten zu bauen.

Aber wie kommt man an gute Kunden?

Ich möchte gerne fünf Tage pro Woche Arbeiten, wobei ich erst mal versuchen werde es auf zwei bezahlte Tage einzupegeln und an drei Tagen mache ich Projekte die helfen: Also Peng, Stadt der Wissenschaft, aber auch andere Projekte die Kommunikation oder Welt verbessern nehme ich gerne an. Dabei habe ich meinen Fokus aber nicht auf Welt und werde auch nicht Ölplattformen besetzen sondern für mich fängt Hilfe regional an.

Ich habe dazu auch eine Gute-Projekte-Theorie entwickelt, die sich hoffentlich zu einen Law verfestigt:

Je mehr gute Projekte man macht, desto mehr Menschen lernt man kennen, die auch gute Projekte machen und desto mehr gute Projekte kann man machen.

Wer schließt sich an?

Und hier ist noch de Vortrag von der re:publica: Weiterlesen