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Gibt es Unternehmens-Ethik oder nur ethische Unternehmerinnen?

Der Herr Godin hat mich mal wieder zu einem Artikel inspiriert:

http://sethgodin.typepad.com/seths_blog/2011/07/no-such-thing-as-business-ethics.html

Nachdem ich mich jetzt schon seit längerer Zeit mit dem Thema Corporate Social Responsibility (CSR) auseinandersetzte, aber so gut wie keine großen Firmen nennen kann, wenn ich nach positiven Beispielen gefragt werde, brachte mir der Artikel den Entscheidenden Blickwinkel.

Unternehmen können sich so tolle Manifeste und Leitbilder auferlegen, wie sie wollen, wenn ihre Mitarbeiter keinen Anstand und keine Moral haben, dann hilft das wenig. Umgekehrt braucht ein Unternehmen, das sich aus anständigen Menschen zusammensetzt, kein Leitbild oder ein CSR-Manifest, da klappt es auch ohne.

CSR findet also schon bei der Mitarbeitersuche statt und die gestaltet sich nicht so leicht, denn Moral kann man nicht aus den Noten herauslesen.

Ich will nicht ausschließen, dass sich Menschen verändern. Aber dafür brauchen sie positive Erfahrungen, wenn sie ethisch richtige Entscheidungen treffen. (Da wird richtig schwer, richtig zu definieren).

Aber wie geht das? Lässt der Kapitalismus das überhaupt zu? Kennt ihr positive Beispiele?

Warum Unternehmerinnen? Seth Godin nutzt immer die weibliche Form bei positiven und die männliche Form bei negativen Beispielen, meint aber immer beide und ich habs mal übernommen.

Corporate Responsibility Management Seminar

Kann man unternehmerische Verantwortung lernen?

Als mir Moritz Delbrück von Concern (habe ich beim Betapitch Social kennengelernt), dass sie ein Seminar: „CR-Management für Praktiker“ anbieten, wurde ich erst mal stutzig und fragte mich ob man in nur 5 Tagen Corporate Responsibility oder auf deutsch Unternehmerische Verantwortung lernen kann, aber mittlerweile habe ich verstanden worum es geht. Denn es geht dabei nicht darum Corporate Responsibility zu lernen, sondern viel eher um die Anwendung. Die Verantwortung muss jeder Teilnehmer selber mitbringen. Das Seminar basiert auf der Studie „Unternehmerische Verantwortung in der Praxis“ von Prof. Dr. Dr. Brink (Wirtschafts- und Unternehmensethik)

Der Workshop dauert 5 Tage, kostet 3.500€ und liegt damit weit über meinem „Fortbildungs-Budget“ aber ich bin ja auch nicht die Zielgruppe, wobei ich mir das schon gerne Anschauen würde, denn die Vortragenden klingen wirklich spannend. Neben Moritz und Prof. Brink (seinem Partner bei Concern) wird das Seminar von vier weiteren Experten geleitet:

Sabine BraunSabine Braun
ist Gründerin und Geschäftsführerin von akzente,
der in Deutschland seit vielen Jahren marktführenden Agentur für Nachhaltigkeits- und
Corporate-Responsibility-Reporting. 

Michael LohmeierMichael Lohmeier
ist Senior Manager im GoGreen Programm bei Deutsche Post DHL, dem bereits mehrfach ausgezeichneten Klimaschutz- programm des weltgrößten Logistikkonzerns. 

Reinhard PreuscheDr. Reinhard Preusche
ist Gründer der MLT Compliance Solutions GmbH. Durch seine erfolgreiche Arbeit für die Group Compliance der Allianz SE und den Konzernstab der Dresdner Bank gilt er als einer der profiliertesten Compliance-Experten in Deutschland. 

Bernd RichterBernd Richter
ist Leiter des Bereiches Human Resources Management bei Phoenix Contact GmbH & Co. KG, dem Markführer in Verbindungstechnik, und Vorsitzender der Vorstandsarbeitsgruppe CSR beim ZVEI.– 

Da ich gestern die aktuelle BrandEins zum Schwerpunkt Transparenz gelesen habe, würde mich besonders der Punkt Compliance oder vereinfacht: Regeltreue interessieren.

Am Ende des Seminars gibt es auch ein Zertifikat „Corporate Responsibility Manager (Universität Bayreuth)“ vielleicht wäre das ja auch was für Guttenberg?

CR oder CSR?

CR steht für Corporate Responsibility und CSR für Corporate Social Responsibility aber im Grunde meinen beide Begriffe das gleiche. CSR wird im englischsprachigen Umfeld häufiger verwendet, während CR in Deutschland zum Standard wird. Me

Hinweis: Da ich grad für Moritz arbeite, bin ich bei dem Thema nicht neutral und hätte sonst wohl auch nicht über den Workshop berichtet. Aber da ich es gut finde, wenn mehr Unternehmen lernen wie sie Verantwortung übernehmen können, habe ich auch kein Problem damit hier ein wenig zu werben und der Seite bei Google auf die Sprünge zu helfen. Und von Corporate Responsibility versteht der wirklich was.

Liebe Arbeitgeber

Liebe Arbeitgeber,

wenn ihr bereits wisst was ich machen soll, dann braucht ihr mich nicht. Wenn ihr jemanden sucht, der für euch lügt, dann bucht mich nicht.

Ich weiß, dass ich mit dieser Einstellung für die meisten Jobs nicht in Frage komme, habe aber festgestellt, dass mich so ein Job nicht glücklich macht.

  • Ich kann sehr genau beobachten und zuhören.
  • Ich kann Marktzusammenhänge und Arbeitsabläufe sehr schnell verstehen.
  • Ich erkenne Stärken und Schwächen von Mitarbeitern und Produkten.
  • Bevor ich eine Aufgabe durchführe, will ich sie verstanden haben.
  • Und wenn ich sie verstanden habe, will ich den Ablauf und das Ergebnis verbessern.

Egal ob Produktionsschritte, Kommunikationsabläufe oder Wissensmanagement. Ich finde immer einen Weg das zu optimieren.

Wenn ich dann aber die alte Methode weiterführen soll, werde ich wütend und später depressiv.

Wenn es aber darum geht, mit anderen zusammen, Veränderungsprozesse  umzusetzen, blühe ich auf. Ich respektiere die Erfahrung derjenigen, die die Aufgabe schon länger machen und versuche die Veränderung zu moderieren und nicht zu dominieren.

Lügen sind ineffektiv

Bei allen Kommunikationen ist das Vertrauen zwischen Sender und Empfänger entscheidend. Egal ob intern oder extern: Ein Lüge zerstört Vertrauen und Kommunikation wird ineffektiv. Und es gibt keine größere Herausforderung in Zeiten von Facebook und Twitter, als eine Lüge zu vertuschen. Und auch interne Lügen wirken sich auf die Qualität der Arbeit aus. Wenn schon die Mitarbeiter wenig Vertrauen in die Unternehmensleitung haben, wie sollen sie dann andere begeistern?

Und jetzt zur alles entscheidenden Frage: Versaue ich mir mit diesem Statement Jobs?

Ich glaube schon. Ich hoffe das ich einigen Arbeitgebern damit vor den Kopf stoße. Auf der anderen Seite würde ich den Job nach kurzer Zeit hassen und mir wieder was Neues suchen. Wenn ich mir Jobs verbaue, dann nur miese.

Aber es geht mir auch bei meiner Arbeit um Vertrauen. Zu sagen wofür ich stehe, ist da ein wichtiger Schritt für eine Kontaktaufnahme.

@Liebe Leser,

wie seht ihr das? Spielt Ethik überhaupt eine Rolle? Haben nette Firmen und Mitarbeiter eine Chance auf dem Markt? Habt ihr Grundsätze und was macht ihr, wenn der Job erfordert, dass ihr dagegen verstoßt?