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SDW11: Präsentations Analyse Teil 2 – Mainz

nachdem ich letzte Woche schon etwas zur Präsentation von Bielefeld und Chemnitz geschrieben habe, folgt nun:

Mainz

leidenschaftlich wissenschaftlich. Stadtlandschaft voller Kreativität

Da ich im AK Präsentation und bei der Generalprobe dabei war, ist dieser Bericht nicht neutral und ich gehe von dem was wir vorhatten, zu dem was passierte.

Unsere Strategie setzte sich aus vier Medien zusammen: Dem Antrag, der Delegation, dem Stand und der Präsentation.
In der ersten Sitzung des Arbeitskreises Präsentation verteilten wir also Funktionen auf die einzelnen Elemente. Da der Antrag eher sachlich gehalten wurde, musste die Leidenschaft in Berlin übertragen werden.

Antrag

Mir persönlich war der Antrag zu textlastig und ermöglichte kein schnelles überfliegen. Andererseits mussten auch viele Projekte reingestellt werden, damit keiner der Beteiligten unzufrieden ist und sich übergangen fühlt. Hier hätte man durch einen besseren Aufbau für mehr Übersichtlichkeit sorgen können.

Delegation

Die Delegation setzte sich aus Mitarbeitern der Stadt, des Landes, der Hochschulen, Museen, Unternehmen und Peng zusammen. Für jeden gab es eine kleine Anstecknadel mit dem Mainz Logo und zur Auffrischung des Antrag noch einen Handzettel mit den wichtigsten Infos. Auf weitere Uniform und auswendig gelernte Antworten wurde bewusst verzichtet. Wir waren also auf uns gestellt was die Leidenschaft angeht. Alle Beteiligten kann man auch im Internet nachlesen, ich möchte hier nur noch gesondert Herr Hammer erwähnen, der durch seine gute Laune die ganze Gruppe ansteckte.

Stand

Nach der ersten Bewerbungsrunde fragte der Stifterverband, wo denn Gutenberg geblieben ist. Da wir aber bei der Präsentation nicht zu sehr auf die Tradition setzen wollten griffen wir Gutenberg für das Handout wieder auf. Die Zettel waren bereits zum größten Teil fertig, aber vor Ort wurde mit Bleisatz noch folgendes Zitat aufgedruckt:

Mehr als das Gold hat das Blei die Welt verändert, und mehr als das Blei in der Flinte jenes im Setzkasten der Drucker.

Georg Christoph Lichtenberg

Im Hintergrund gab es zusätzlich noch ein 2*4m Poster auf denen die drei Säulen und einige Bilder waren.

Präsentation

Mit Gundula Gause vom ZDF hatten wir einen echten Moderationsjoker in unseren Reihen. Durch ihre Erfahrungen beim Umgang mit Problemen konnte nichts schief gehen und die anderen Vortragenden konnten sich auf ihre Antworten konzentrieren. Neben dem Bürgermeister und dem Uni-Präsidenten sollte als dritte Person, noch jemand aus der Wirtschaft dabei sein. Schott als erste Idee lag zwar nahe, hätte aber dem klassischen Muster entsprochen. Es wurde deshalb jemand gesucht, der eine stärkere persönliche Bindung zur Hochschule hat. Mit Frau Türeci wurde eine tolle Vertreterin für den Bereich Wirtschaft gefunden. (Sie hat aus der Uniklinik heraus die Firma Ganymed gedründet und entwickelt an einem neuen Verfahren gegen Krebs.)

Da wir wussten, dass die Aufmerksamkeit der Zuschauer nach ca. 10 min nachlassen wird, war klar, dass wir zwischen drin Videos brauchen. Der SWR half uns dabei und produzierte vier Clips. Die Clips wurden dazu genutz in Themen einzuführen, die dann von Gundula Gause aufgenommen und an das Präsentationsteam weitergeleitet. Diese stellten dann die Details frei vor. Zum Abschluss der Projektvorstellung stellte dann jeder Beteiligte noch einmal sein persönliches Lieblingsprojekt vor. An dieser Stelle der Präsentation merkte jeder Zuschauer, was mit „leidenschaftlich wissenschaftlich“ gemeint war.

Nach der Präsentation hatte die Jury noch einmal die Chance Fragen zu stellen und ich denke an dieser Stelle hat Mainz den Titel gewonnen. Es ging um das Thema Chancengleichheit und wie Mainz dazu beitragen will. Zuerst wurde von einem Elternabend in einer Moschee, der letzte Woche war berichtet. Dann gibt es ein Projekt bei dem Rentner von Schott Nachhilfe in Mathe geben. Das stand weder im Antrag noch waren die Antworten geplant, deshalb war es überzeugend und zeigte, dass es nicht nur gelaber ist. Später gab sogar Gundula Gause eine Antwort auf eine Frage der Jury, auch das war spontan. In der Fragerunde übertrug sich die beschworene Leidenschaft auf die Jury.

Die Präsentation war viel besser, als bei der Generalprobe. Besonders Frau Türeci hat sich sehr gesteigert. Und auch ein paar Tricks wurden beherzigt. So wurden die Fragen nicht mehr gegenüber Frau Gause beantwortet, sonder fast immer zum Publikum gesprochen. Außerdem beobachteten die anderen Beteiligten die sprechende Person und lenkten so die Blicke des Publikums.

Applaus!

SDW11: Präsentations Analyse Teil 1 – Bielefeld und Chemnitz

Wir sind Stadt der Wissenschaft geworden.

Auch wenn ich die Konzepte der anderen Städte nicht kannte, war am Ende wahrscheinlich die bessere Präsentation und die Frage-Runde entscheidend. Bevor ich aber auch die Erfolgsfaktoren von Mainz eingehe, will ich erst mal auf die Konkurrenz analysieren:

Bielefeld

DenkwerkStadt – von Querdenkern, Querköpfen & Querulanten

Die Bielefelder setzten bei ihrer Präsentation auf einen WDR Moderator. Er hat zwar schön erzählt, aber zu lange und ohne Substanz zu liefern. Es wurde zuviel Zeit aufgewendet um den Slogan zu erklären und die Vertreter von Bielefeld kamen kaum zu Wort. Außerdem machte Bielefeld den Fehler einen Nebenschauplatz zu eröffnen. Ein Akrobat baute aus gestalteten Brettern ein 5m hohes Kartenhaus auf. Da es keinen direkten Bezug und auch keinen neuen Input für die Präsentation gab, war der Turm nur ablenkend. Man hatte keine andere Chance als auf dieses „Bauwerk“ zu achten und bekam die Vorstellung der DenkwerkStadt nur am Rande mit. Der Bürgermeister von Bielefeld macht zudem den Fehler, den Neubau der Uni, der 1.000.000.000 € kostet zu stark zu betonen, bzw. gelang es ihm nicht, die Bedeutung des Titels für dieses Vorhaben herauszustellen. Am Ende hallte die Frage „Wozu braucht ihr dann noch die 250.000€ ?“ nach. Auch die Überschrift: DenkwerkStadt konnte nicht begründet werden. Hier wären außergewöhnliche Beispiele gefragt gewesen.

http://www.bielefeld.de/de/pressedienst/detail.html?id=2010-03-25-13.59.45.344930

Chemnitz

Ihr werdet staunen! 1 + 1 = 11

Als ich zur Veranstaltung ankam wurde ich von sportlichen sächsischen Studenten mit „Ühr wördet stonnen“ begrüßt. Ich weiß nicht warum ich gerade auf diesen Dialekt so allergisch reagiere, aber er wirkt einfach nicht seriös. Authentisch: Ja, wissenschaftlich: Nein! Später stellte sich heraus, dass Chemnitz einen lebenden Stand hatte. Der Stand war ein zwar begehrtes Fotomotiv und senkte den Altersschnitt, da aber weitere Informationen fehlten, blieben die Besucher eher distanziert. Hier wurde die Chance einer Interaktion verschenkt. Auch die Präsentation wurde leicht durch diesen Stand geschwächt. Nach dem Showprogramm von Bielefeld erwartete man, dass Chemnitzer mindestens durch brennende Löwen springen.

Bei der Präsentation verzichtete Chemnitz auf eine Moderation und lass 30 min lang Text vor. Zusätzlich wurde auf der Leinwand ein Stimmungsfilm wiederholt abgespielt. Da der Augenkontakt mit dem Publikum durch das Ablesen ausblieb, war das Video eher ablenkend. Es fehlte zudem die direkte Verbindung zwischen dem was man sah und dem was erzählt wurde. Ich merkte wie ich mir meine eigene Geschichte baute und wiederholt den Faden verlor. In der Fragerunde kamen die Vertreter von Chemnitz deutlich besser rüber. Ein freier Vortrag hätte die Präsentation viel besser gemacht. Dazu einfach Bilder auf der Leinwand, die das Gesagte unterstützen.

http://www.chemnitz.de/chemnitz/de/aktuelles/presse/pressemitteilungen/pressemitteilungen_index.asp?action=Einzel_Anzeige&id=9013&woher=1

Mainz folgt noch in ein paar Tagen, die Analyse der eigenen Präsentation ist etwas schwieriger.

Update: Die Präsentation von Mainz bei der Stadt der Wissenschaft 2011

Mainz ist Stadt der Wissenschaft 2011

Unter dem Motto „Mainz leidenschaftlich wissenschaftlich. Stadtlandschaft voller Kreativität“ hatte die Landeshauptstadt Mainz gemeinsam mit der MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ mehr als 500 Projektideen in ein Konzept gebracht und heute in Berlin beim Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft vorgestellt. Im finalen Wettbewerb mit Bielefeld und Chemnitz errang Mainz nun für das Jahr 2011 den begehrten Titel „Stadt der Wissenschaft“, der mit einem Zuschuss von 250.000 Euro für die Landeshauptstadt verknüpft ist. „Mit diesem Titelgewinn können wir unsere Ideen in die Tat umsetzen,“ freute sich der Mainzer Oberbürgermeister Jens Beutel, der die Bewerbung der Landeshauptstadt gemeinsam mit Universitätspräsident Prof. Dr. Georg Krausch, Ganymed Geschäftsführerin Dr. Özlem Türeci und ZDF-Moderatorin Gundula Gause präsentiert hatte. Mehr als 30 Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft hatten die Mainzer Bewerbung im Deutsche Bank Forum in Berlin unterstützt.

via mainz.de

Yeaahh und ich war eine der Persönlichkeiten und als Vertreter von Peng dabei in Berlin. Der Internetbrunnen wird seinen Platz in der Stadt also finden.

Ich werde mich bei Stadt der Wissenschaft 2011 um ne Facebookstrategie kümmern. Ich bin sicher dass Facebook eine wichtige Rolle, in der Kommunikation mit den Studierenden spielen wird. Und will die Begeisterung nutzen um weitere Institutionen mit sozialen Netzwerken vertraut zu machen. Bald mehr.

FB.init(„491c7ce679cd0e9e3a507717022d7f74“);

Peng Communication Fight Club (Donnerstag 07.01. 20Uhr)

Da wir immer wieder Probleme mit dem Ordnungsamt haben, wenn mehr als 40 Leute gleichzeitig im Pengland sind, wird es Zeit für einen Umzug. Dies gestaltet sich in Mainz aber nicht so einfach. Es stehen zwar überall in der Stadt Geschäftsräume leer, aber die meisten sind umzingelt von Wohnungen. Da aber nicht davon auszugehen ist, dass weniger Menschen das Pengland besuchen, wird es da zu den selben Problemen kommen. Wir haben also nicht gerade viel Auswahl.

Die Locations die für uns in Frage kommen, sind zu teuer. Das ist aber kein Grund gleich aufzugeben, aber wir müssen so langsam mal unsere Taktik ändern. Um unsere Situation zu verbessern müssen wir Allianzen bilden. Und dies gestaltet sich auf Grund der heterogenen Gruppe nicht gerade einfach. Ein wichtiges Element bei Peng ist die Unabhängigkeit und das widerspricht vielen möglichen Kooperationen.

Um dieses und weitere Kommunikationsprobleme zu lösen, gründen wir am Donnersag 07.01.2010 um 20 Uhr im Pengland den Peng Communication Fight Club.

Bei diesem Starttreffen geht es darum die aktuelle Kommunikation von Peng auszuwerten und erste Ideen zu Verbesserung zu sammeln.

Warum „Communication Fight Club?“

Eigentlich machen wir das genaue Gegenteil des Fight Clubs. Unsere Regeln:

1. Regel: Sprich über das Pengland

2. Regel: Sprich über das Pengland

und wer zum ersten Mal im Pengland ist, muss reden!

Die Gemeinsamkeiten mit dem Fight Club liegen eher in unserer Mitgliederstruktur. Wir haben, auf den unteren und mittleren Ebenen, Kontakte in vielen wichtigen Institutionen in Mainz. Wir sollten diese Kontakte nutzen um die Institutionen zu verbinden  und zu vernetzen und dadurch gleichzeitig Peng als wichtige Bereicherung der Stadt etablieren. Wir sind eine Übergrund-Organisation.

Die nächste Chance uns einzubringen ist die Bewerbung von Mainz zur Stadt der Wissenschaft 2011

Wer Lust hat das mitzugestalten ist herzlich eingeladen.

Update: Artikel jetzt auch auf Pengland.de