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Was ich 2011 gelernt habe

merry crisis and a happy new fear

Was für ein Jahr. Ich habe mal wieder sehr viel gelernt, verlernt und neu gelernt.

Vielleicht komme ich auch nochmal dazu meine alten Lektionen zu überdenken:

Was habt ihr gelernt?

Ich würde mich freuen, wenn ich von euch etwas lernen kann

19. Irgendwo über dem Regenbogen – Getting everything you can out of all you’ve got

Dieser Beitrag ist Teil meiner Artikel-Serie zum Buch Getting everything you can out of all you’ve got

Kapitel 19: Somewhere over the Rainbow

In diesem Kapitel geht es um die Bedeutung von Zielen und es knüpft damit an den Fragebogen von Kapitel 3 an.

Es ist wichtig, dass man weiß wo man hin will, denn nur dann kann man folgenden Zaubertrick durchführen:

Man geht davon aus, dass man das Ziel erreicht hat und entwickelt von da aus einen Handlungsablauf zurück bis heute. BAMMM so einfach geht das. Natürlich klappt nicht alles auf Anhieb, aber zumindest weitet dieser Masterplan dann den Blick in die Zukunft, man kann anfangen langfristig zu denken. Und das Ziel sollte ruhig hoch gegriffen werden.

Bei mir entwickelt sich so langsam wieder ein Ziel:

Ich möchte den besten Kreativen der Welt dabei helfen geniale Werke zu schaffen

Aber was ist dazu nötig?

  • Rücken frei halten (Sponsoren finden, Bürokratie abschaffen)
  • Sie mit Machern zusammen bringen
  • Inspiration
  • Ihnen effektivere Arbeitsweisen beibringen (Mehr Output = Mehr tolle Sachen)
  • Mit anderen zusammen bringen

Es bleibt zwar noch die Frage, wie ich in Kontakt mit diesen Menschen komme, aber ich glaube, wenn mir das oben aufgeführte gelingt, dann kommt der Rest von alleine.

Warum?

Weil ich schlechte Erfahrungen gemacht habe, die mich viel Kraft gekostet haben und ich trotzdem weiter gemacht habe, wo andere aufgegeben haben. Kreative werden in unserer BWLerWelt einfach schlecht behandelt und können ihr Talent nicht entfalten. Ich will, dass wir weniger Potentiale verschwenden und weniger Kreative Seelen verkrüppeln. Für mehr tolle Sachen!!!

Ego Teil: Ich kann mir keinen tolleren Job vorstellen als durch die Welt zu reisen um geniale Menschen kennen zu lernen, ihnen zu helfen und sie mit anderen zusammen zu bringen.

Der Weg dahin?

  • Datenbank anlegen, füllen und überblicken (Neuentwicklung notwendig).
  • Kontakt halten und neue Leute kennenlernen.
  • Verträge die für beide Seiten verständlich und erfüllbar sind schreiben können.
  • Ein Konferenzformat, das diese Menschen magisch anzieht, entwickeln
  • Auftraggeber finden
  • Lobbyarbeit machen

Ich werde mich dabei erst mal auf Mainz konzentrieren und das Konzept nach und nach ausbauen. Der Plan, wie ich hier an den Start komme steckt auch schon in der Kinderschuhen.

Das Ziel ist das Ziel und nicht der Plan

Mir ist in den letzten Jahren oft aufgefallen, dass Leute ihr Ziel aus den Augen verlieren, sobald sie ihren ursprünglichen Plan nicht mehr umsetzen können.

Und hier gehts zum Beratungssommer

Das nächste große Ding: die Geradeauskrise

Die Industrialisierung hat uns viele schöne Krisen gebracht. Die aktuellen Highlights: Finanzkrise, Klimakrise, Ölteppichkrise und Terrorkrise, basieren alle auf dem selben Ursprung: Linearität.

Die Krise hat spätestens mit Adam Smith angefangen, der heraus fand, dass viele ungebildete und angepasste Menschen, durch den Einsatz von Arbeitsteilung, Druck (Durch einen Boss) und Maschinen viel effizienter produzieren können als Handwerker. Damals war es keine Problem ungebildete Menschen zu finden, aber es gab ein Anpassungsdefizit. Deshalb lagerte man der Produktionsstätte ein Anpassungslager vor, die sogenannten Schulen. Später wurde dieses System ausgeweitet. Das selbe Prinzip, dass für die Arbeiter funktionierte, wurde dann natürlich auch auf die „Bosse“ angewandt. Das nennt sich heute Management. Auch hier wurden Arbeitsabläufe in kleine, einfache Teilaufgaben geteilt. Das klappte lange Zeit gut, aber kein Mensch kann so viele vor definierbare Operationen ausführen wie ein Computer. Erst wurden die Hände durch Roboter ersetzt, jetzt kommt Schritt zwei: Manager werden durch Entscheidungs-Algorithmen ersetzt.

Aber Computer werden uns zum Glück nicht alle Entscheidungen abnehmen können. Die Welt ist nicht Linear. Nicht nur die Natur macht was sie will, auch die Konkurrenz hält sich nicht mehr an diese lineare Abläufe. Der Markt wird momentan von Unikaten überschwemmt, da man den linearen Part ohne großere Probleme outsourcen kann. Manche Unternehmen haben das erkannt: Google und Amazon, aber auch die DHL bieten Outsourcing für Linearität an.

Wer nur verwaltet und alle Entscheidungen mit Hilfe von Excel und Entscheidungsbäumen trifft, wird bald durch ein App ersetzt. Die Bienen sollten jetzt lernen ihren Honig selber zu verkaufen, weil die Königin sie bald nicht mehr braucht.

Lineare Bildung

Wir haben ein Bildungssystem, dass uns auf den geraden Weg vorbereitet. Das aus einer Zeit stammt, in der Unternehmen mehrere Jahrzehnte bis zur Weltspitze brauchten. Und jetzt? Amazon (20.000 Mitarbeiter, 19Mrd. $ Umsatz) zieht in 10 Jahren an der Traditions-Firmen Quelle und Bertelsmann (100.000 Mitarbeiter, 15Mrd. € Umasatz) vorbei. Microsoft kam aus dem nichts auf Platz eins und wird jetzt bald von Apple und Google überrannt. Facebook.com hat mehr Einwohner als die USA und plättet weltweit die Lokalzeitungen. Es hilft einem nicht mehr alleine zu wissen was war, wer da noch mithalten will, muss darüber nachdenken was kommen könnte. Als Google angefangen hat, haben sie nicht überlegt wie hoch die Kosten für ihren Service werden und das mit den damaligen Umsätzen für Onlinewerbung verglichen. Google hat am Anfang ein Problem gelöst und dann einen kompletten Markt mit Submärkten (Bsp.: SEO und SEM-Spezialisten) geschaffen. Die meisten Bürokraten hätten eine Studie von McKinsey rausgeholt und festgestellt, dass man im Internet kein Geld verdienen kann! Dann hätten sie das Projekt eingestellt, abgeheftet und den nächsten Ordner geöffnet: „Oh, Kredite für Hausbesitzer, das ist ne sicher Anlage, das sagen auch die Lehmann Brothers, da müssen wir investieren $$$!

Generation Geradeaus = Generation Praktikum

Laut meiner Schulen war der Weg immer klar: Kindergarten > Schule > Hochschule > Festanstellung wurde nicht nur mir so gesagt, sondern auch Millionen anderen. Aber der Weg ist mittlerweile verstopft. Weil sie nie von etwas anderem gehört haben, als von einer Festanstellung. (Warum habe ich Monate lang lernen müssen, wie man Bewerbungen und Lebensläufe schreibt, aber nicht einmal einen Businessplan erstellt?)
Die meisten halten sich an diesen Plan und drängen in die großen Unternehmen. Da Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen, gibt es mittlerweile soviele unbezahlte Praktikanten. Das ist nicht nur ein Armutszeugnis für die Arbeitgeber, sondern auch für die Perspektivlosigkeit unserer Schulsysteme. Die Generation gibt es schon viel länger. Es ist die Generation Geradeaus, nur dass die jetzt zum ersten mal sichtbar wird, weil der vorgegebene Weg überfüllt ist.

Liebe Generation Geradeaus
Wacht auf! Ihr glaubt ihr könntet durch ein Praktikum in ein Unternehmen nachrücken, dass froh über jeden Mitarbeiter ist, der in Rente geht und den sie nicht selber kündigen müssen. Wenn ihr eh kein Geld bekommt, dann verschwendet nicht auch noch eure Zeit. Was wollt ihr machen? Überlegt euch einen Weg, wie euer Leben verlaufen soll. Macht euch das Leben nicht mit festen Zielen (Bsp.: einen Oscar gewinnen) kaputt, sondern überlegt wie ihr gerne arbeiten wollt. Welche Fähigkeiten habt ihr und wer könnte diese Fähigkeiten brauchen. Betrachtet eure Fähigkeiten aus der Ferne: Nicht „ich bin Webdesigner“, sondern „Ich verstehe wie Menschen Informationen wahrnehmen und mit ihnen interagieren.“ Aus der auf Webdesign-Agenturen beschränkten Sichtweise, entwickeln sich ganz neue Perspektiven. Schaltflächen-Entwicklung für Aufzüge, Formulare verständlicher machen… was weiß ich. Bei der Umformulierung geht es aber nur zum Teil um euch. Gerade für die anderen Menschen, mit denen ihr interagiert, schafft die neue Formulierung ganz andere Anknüpfungsmöglichkeiten: „Webdesigner, brauch ich nicht, aber ich habe da so ne Buchhaltungssoftware mit der ich jeden Tag arbeite und kenne den Chef gut, können sie die nicht mal überarbeiten?“
Das ist wie mit den Straßen, es gibt gerade Autobahnen, kurvige Landstraßen und holprige Feldwege. Grad wollen alle auf die Autobahn, weil sie gehört haben, dass sie da am schnellsten unterwegs sind, keiner weiß wo sein Zeil ist, deshalb gibts einen Rückstau bis auf die Landstraßen. Da fahre ich lieber mit dem Rad und wenn bald auch die Feldwege überfüllt sind, fahre ich Mountainbike.

Ziemlich lange ausgeholt um ein Video anzukündigen, aber Sir Ken Robinson hat sich bei seinem Vortrag auch alle mühe gegeben mich auf diese Gedanken zu bringen:

Viel Spaß bei der Bildungs-Revolution: