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Was ich 2011 gelernt habe

merry crisis and a happy new fear

Was für ein Jahr. Ich habe mal wieder sehr viel gelernt, verlernt und neu gelernt.

Vielleicht komme ich auch nochmal dazu meine alten Lektionen zu überdenken:

Was habt ihr gelernt?

Ich würde mich freuen, wenn ich von euch etwas lernen kann

Lieber Freiheit als Demokratie

Eigentlich ist Demokratie etwas extrem perverses. Die Mehrheit nimmt sich das Recht heraus, über Minderheiten zu bestimmen. Sie darf entscheiden was erlaubt ist und was nicht. Welche Ideen man denken und umsetzen darf und wer gefördert wird. Und sie darf uns mit Arbeit zuschütten und sogar Gewalt anwenden um uns dazu zu zwingen.

Und welche Chance habe ich, mich dagegen zu wehren? Ich kann eine Partei gründen. Aber unter welchen Bedingungen, darüber entscheidet wieder die Mehrheit.

Durch den Myers Briggs Type Indicator habe ich herausgefunden, dass ich zu einer 1-3% großen Bevölkerungsgruppe gehöre. Selbst wenn ich also jeden INFJ in Deutschland erreichen und überzeugen könnte, würden wir keinerlei Mitspracherecht bekommen.

Ich bin Idealist und ich will keine Macht haben, ich will niemanden vorschreiben, was er tun darf, solange er das auch niemanden vorschreibt.

„Die Würde des Menschen ist unantastbar“,
wenn er in der Lage ist seine Rechte durchzusetzen.

Auf so eine Demokratie kann ich verzichten.

Das Festanstellungsdogma

Nachdem ich vor zwei Wochen meinen Wechsel auf die Agentur-Gründer-Seite ankündigte und mit ein paar Leuten darüber gesprochen habe, verbreitete sich mein Vorhaben relativ schnell in meinem Umfeld und ich wurde mittlerweile schon von einige darauf angesprochen. Dabei wurde ich häufig gefragt, ob mir das nicht zu riskant ist sowas zu machen und ob ich keine Angst hätte zu scheitern. Ich fands erstaunlich wieviel Angst selbst einige Freelancer vor der Selbstständigkeit haben. Für mich ist es nur der nächste logische Schritt und ich glaube ich habe selber mittlerweile mehr Angst vor einer Festanstellung, bei der andere über meinen eigenen Erfolg und mein Glück entscheiden.

Aber wenn ich auf meine Schulzeit und mein Studium zurückblicke ist diese Angst vor der Selbständigkeit eigentlich ganz logisch. Man wird von Anfang bis Ende fast nur von Beamten unterrichtet. Auch viele Lehrbeauftragte aus der Wirtschaft unterrichten nur um später besser Chancen auf eine Professor zu haben. Workshops mit Unternehmen werden von ehemaligen Studenten gehalten, die festangestellt in einem coolen Laden arbeiten. Und auch Workshops für Selbstständige werden meist von Angestellten gemacht. Selbstständige Unternehmer sind für einen Diplom Designer unbekannte Wesen.

Ich selber leide auch an dieser verzehrten Wahrnehmung. In meiner Diplomarbeit erkenne ich langsam einige Spuren davon. Aber auf der anderen Seite sehe ich für mich auch Chancen in der eigenen Agentur. Anstatt dass ich intern für meine Ideen von Kommunikation kämpfen muss, such ich mir draußen Kunden die dazu passen. Social Media ist nicht ohne weiteres auf jedes Geschäftsmodell, jede Zielgruppe und besonders jede Unternehmensphilosophie anzuwenden. Aber wenn es zusammen passt, dann kann Social Media mehr als Fernsehen und Zeitung zusammen, für einen Bruchteil der Kosten.

Durch eine eigene Agentur kann ich die Chancen, die gerade entstehen, besser nutzen. Mich dabei von einem Vorgesetzten abhängig zu machen, finde ich riskanter.

Trotz Agentur will ich keine Festangestellten haben. Ich werde versuchen die Agentur auf mein enges Netzwerk mit Freelancern und anderen Selbstständigen aufzubauen und könnte mir auch vorstellen, mit gleichberechtigten Partnern, zusammen zu arbeiten.

Was meint ihr, gibt es dieses Dogma oder habe ich mir da was zusammengereimt?

Festanstellung vs. Selbstständigkeit, was sind eure „Pro & Contra“ Argumente?