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Was würde ein Zen Buddhist tun?

Irgendwie fasziniert mich die Idee von Zen. Wobei es ja keine “Idee”, sondern im Grunde “nichts” ist. Für mich bedeutet Zen mein Selbst im Universum aufzulösen und dadurch gleichzeitig das Universum zu sein. Ich will jetzt nicht sagen, dass ich dem Irgendwie nah komme, wobei ich mir das in etwa so wie die Erfahrung von Flow vorstelle, aber halt permanent, selbst wenn man auf dem Klo sitzt. 😉

Aber was bedeutet Zen für mein Leben?

Im Grunde ist das bisher nur ne fixe Idee und wirklich tief habe ich mich noch nicht damit beschäftigt. Ich habe nicht meditiert und auch noch keine Bücher gelesen. (vielleicht sollte ich das mal machen?) Ich bin aber irgendwann mal über zenhabits gestolpert und lese seit dem fast alle Beiträge. Und Leos Perspektive war auf jeden Fall eine interessante Bereicherung. Und ich merke wie mich das mit der Zeit beeinflusst hat. Klar bin ich auch älter und erfahrener geworden, aber ich finde auch immer besser meinen Frieden. Das heißt jetzt nicht, das ich jetzt zahm werde, aber ich suche mir meine Schlachten gezielter aus. Wofür lohnt es sich wirklich zu kämpfen? Kann ich einfach einen Umweg gehen und dadurch ohne Risiko mein Ziel erreichen?

Das Zen-Paradox

Man muss sein Selbst aufgeben um sich zu finden.

Neben Zen hat mich auch der MBTI im letzten Jahr schwer beeinflusst. Der MTBI half mir vor allem durch die Erkenntnis, dass ich eher Introvertiert bin. Ich bin zwar weder schüchtern noch verschlossen, aber das soziale Spiel kostet mich viel Kraft. Aber halt nicht immer. Unter den richtigen Leute und Umständen verliere ich mich selbst, und dann bringt es mir Energie. Das sind Momente, in denen ich mir keine Gedanken darüber mache, wie ich wirke, sondern meist für eine Idee brenne. Da spiele ich kein Rolle, sondern es geht um etwas größeres. Vielleicht ist das Zen? Trotz aller Energie habe ich nach so Aktionen trotzdem meist am nächsten Morgen, auch ohne Alkohol, einen Kater und muss mich erholen.

Was würde ein Zen Buddhist tun?

Zurück zur Ausgangsfrage und die ist ziemlich praktisch. Jedes mal wenn ich ausrasten möchte, merke ich zum einen, das ich noch lange nicht Zen bin, aber ich stelle mir jetzt auch jedes mal die Frage: Wie würde ich mich verhalten, wenn ich es hätte? Und meine Antworten darauf sind meist sogar ziemlich klar, aber ich kann mich trotzdem nicht daran halten 🙂 ich bin einfach zu wütend “UND ES IST MIR NICHT EGALl!!!”. Bei Zen würde man der ganzen Sache einfach nicht soviel Bedeutung geben, fertig.

Auch wenn mir die Frage noch keine direkte Hilfe ist, so löst sie zumindest einen positiven Prozess aus. In dem Moment, in dem man versucht sich selber aus der Situation heraus zu nehmen, setzt ein Lernprozess ein. Der dauert dann zwar meist ein paar Tage/Wochen, aber immerhin. Viele verschwenden Jahre mit Wut und Hass. Es wird aber wohl noch ein paar Jahrzehnte dauern, bis die Welt um mich herum zusammenbrechen kann und ich mir denke “das soll so” und unbekümmert anfange den Besen zu schwingen.

Wenn du nichts besitzen willst, dann hat niemand Macht über dich

In den letzten Wochen hat mich ein Konzept besonders beschäftigt:

Wenn du nichts besitzen willst, dann hat niemand Macht über dich.

(Frei nach “Shaolin – Du musst nicht kämpfen, um zu siegen!: Mit der Kraft des Denkens zu Ruhe, Klarheit und innerer Stärke” von Bernhard Moestl)

Als erste Assoziation dazu kam mir, der Film “Fight Club” von David Fincher in den Sinn: “The Things you own, end up owning you”. Der Protagonist musste allen Besitz loslassen, selbst seine Gesundheit und sein Leben, erst dann war er frei.
Mir selber tut das schon beim Hinschauen weh und ich hänge auch zu sehr an meiner Gesundheit, als das ich einen Fight Club beitreten würde.

Für den Anfang reicht mir, weniger Kram zu besitzen.