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Quelle: Youtube – Mein Video beim SWR

Vor einer Woche habe ich auf Facebook von der Hausbesetzung gelesen, meine Kamera eingepackt, ein wenig gefilmt und dann den Film auf Youtube gestellt. Für mich war das eigentlich nur eine Übung. Nach einem stressigen Monat wollte ich einfach mal wieder nen schnelles Projekt abschließen, aber die Wellen schlugen etwas weiter. Meine erwarteten 500 Views waren schon nach einem Tag erreicht und vor allem habe ich noch nie soviel Rückmeldungen in der echten Welt erhalten wie für dieses Video. Unter anderem hat mich der SWR angefragt, ob sie Ausschnitte verwenden dürfen. Da das Video unter Creative Commons lizenziert ist, war es für mich klar, ja zu sagen. Auf die Frage ob ich als Quelle genannt werden möchte, habe ich aber dann doch Quelle Youtube vorgezogen. Ich wollte mich einfach nicht in eine Diskussion reinziehen lassen. Wahrscheinlich wäre auch nichts passiert, aber man weiß ja nie.

Ich bin zwar gerne bereit über meine Position zum Thema Wohlstand und Eigentum zu debattieren, aber bitte auf einer theoretischen Ebene und nicht am konkreten Fall.

Interview zu Netzkultur in der STUZ

In der aktuellen Ausgabe der STUZ durfte ich mal wieder meine Meinung zur Netzkultur zum besten geben. Matze hat mich und ein paar weitere aus der „Mainzer Netzkulturszene“ befragt.

„Bevor es das Internet gab, wurden die Diskussionen vor allem von den Massenmedien bestimmt. Einer sprach zu vielen und fast alle sprachen dann darüber. Heute kann jeder selber Sender sein, auch mit der Gefahr, dass niemand mitliest. Trotzdem finden sich dadurch auch immer mehr Menschen zusammen, die sich für ähnliche The- men interessieren und wir lernen so langsam, uns global zu organisieren. Wohin das führt, werden wir sehen. Wir haben zwar unendliche Möglichkeiten, müssen aber erst mal lernen, uns zu entscheiden. Auch ich selbst habe sehr viele interessante Men- schen kennen gelernt. Aber am beeindruckendsten fand ich, dass eine Idee, die ich ins Internet gestellt habe nur neun Monate später in einem Buch aus Kanada (‚Macrowikinomics‘) auftauchte, das es jetzt auch am Frankfurter Hauptbahnhof gibt. Das Besondere daran war, dass zu der Zeit nur tausend Leute die Idee angeschaut haben. Das hat mir nochmal bewiesen, dass Reichweite nur ein Qua- litätsmerkmal unter vielen ist. Viel wichtiger ist es, dass es die richtigen Leute lesen und die richtigen sind meist diejenigen, die es mitbekommen.
Viele Menschen senden aber zuviele Infos‚an alle‘ und fragen sich nicht, ob das relevant für den Empfänger ist. Dadurch fällt es oft schwer, Signal von Rauschen zu trennen und die Nachrichten, die vielleicht interessant sind, gehen unter. Ich würde das Internet als eine Art Kulturtechnik verstehen, an die wir uns gewöhnen und die wir noch gestalten müssen. Jeder muss seinen Platz zwischen der Offenheit für Neues und dem Ignorieren von Grundrauschen erst mal finden. Katzenvideos sind für mich ein Symbolbild für Netzkultur, auch weil ich mich immer wieder freue, wenn eine Katze, gefilmt mit einem Handy, der gesamten Unterhaltungsindustrie zeigt, wo es lang geht.“

I am Very Super Famous

Letzte Woche kam ich mir vor, wie der Sascha Lobo von Mainz. Erst ein Interview mit dasding.tv (in einer Woche beim SWR), dann ein Interview über Peng mit dem Londoner Flamingo Magazin, dann habe ich im Pengland ein re:public viewing veranstaltet, nur kurz darüber getwitter und heraus kam ein Bericht in der Mainzer Rheinzeitung und zu guter Letzt wurden wir noch beim Club-Mate abholen von einem Paparazzi belagert.

Irgendwie war das schon komisch, denn bei jedem Interview ging es um ein anderes Thema. Jetzt bin ich mal gespannt, was bei den anderen rauskommt und ganz froh mal nicht gefragt zu werden. Einbilden kann ich mir leider auch nichts darauf, denn der Großteil des Fames kommt vom Peng her, aber daran habe ich zumindest ein wenig mitgewirkt.

Ago und ich im Sensor Magazin


(Foto: Ramon Haindl)

Initiatoren des Brunnens sind Soziologie Student Ago Rurek und Alex Boerger. Beide haben eine ganz andere Vorstellung von einer Stadt der Wissenschaft. Boerger: „Ich finde es schade, dass die verschiedenen Experten so wenig zusammenarbeiten. Jeder sitzt in seinem Elfenbeinturm und überlegt, wie er sein Ding unterhaltsam präsentieren kann, statt zu überlegen, wie er sein Wissen einsetzen kann, um Mainz lebenswerter zu machen. Erforscht doch mal Mainz!“ Rurek ergänzt: „In unserem Team sind Informatiker, Designer, Künstler, Innenarchitekten, Veranstaltungstechniker, Physiker, Pädagogen und Soziologen. Uns ist daher bewusst, dass unser Projekt ein soziales Experiment ist. Ich würde mir aber noch viel mehr dieser Experimente in Mainz wünschen, mit denen man die Kreativität, das Wissen und die Erfahrungen der Mainzer als wichtige Ressourcen miteinander verbindet.“
http://www.sensor-magazin.de/wir-sind-stadt-der-wissenschaft/

(Text: Matthias Weimer, David Gutsche)

Sony "hackt" sich selbst und andere Low-Budget News

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Am Dienstag hat Sony auf der SATIS in Paris einige neue Produkte und ihre neue Strategie vorgestellt. Sony reagiert auf den durch die Wirtschaftskrise bedingten „gut genug“-Trend und präsentiert neben einer neuen Schulter SxS Solidstate Kamera (PMW-350) und der überarbeiteten EX1r auch einige kleine aber für Low-Budgetfilmer um so feinere Innovationen. Die „Hammer“-Kamera blieb für mich aber aus. Bestimmt gibt es viele Broadcaster, die sich über die PMW-350 freuen, für Indie-Filmer ist die Kamera mit 17.000€ aber zu teuer.

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Bei der Ex1r gab es keine großen Überraschungen. Als vorgestellt wurde, dass das wichtigste neue Feature SD-Aufzeichnung ist, schoss mir sofort: „und alle so yeaahh“ in den Kopf. Das R steht wohl für Retro. Neben dieser neuen Funktion wurde auch die Bedienung der Kamera verbessert:

  • Viele Bedienschalter und das Fokus-Rad wurden Orange hinterlegt. Man kann also leichter die Einstellungen ablegen.
  • Die Knöpfe unter dem Griff wurden ausgetauscht und wirken jetzt präziser.
  • Es gibt einen neuen S&Q-Knopf, mit dem man andere Framerates einstellen kann ohne dafür ins Menü zu gehen.
  • An der Zoomwippe gibt es jetzt einen Auto-Belichtungs-Knopf.
  • Ein Schraubgewinde am Ende des Griffs ermöglicht es mehr Zubehör an die Kamera zu montieren.
  • Es gibt jetzt einen HDMI Ausgang.
  • Die Videoausgänge wurden auf der Rückseite der Kamera angebracht.
  • Der Handgriff wurde ergonomischer gestaltet und das Gewicht der Kamera lässt sich leichter tragen.

EX1 - EX1R Vergleich

Dies sind alles Details, die die tägliche Arbeit mit der Kamera leichter machen, aber für Besitzer der EX1 keine wirklichen Gründe für den Umstieg liefern. Und auch wer jetzt hofft, dass er durch den neuen SD-Modus Speicherplatz sparen kann, den muss ich enttäuschen. Die Kamera zeichnet dann im DV-CAM-Format auf, das 25Mbit/s statt 35Mbit/s belegt.

Aber Low-Budget-Filmer müssen nicht enttäuscht sein. Denn beim Zubehör gibt es zwei Highlights:

Der MemoryStick Adapter (ca. 100€) erlaubt die Benutzung von günstigeren MemorySticks (67 € für 16GB) statt der teuren SxS-Karten. Es gibt zwar hier ein paar Einschränkungen bei höreren Framerates, aber im Gegensatz zum Kensington Hack bietet diese Lösung günstigere Speicher ohne Garantieverlust.

Memory Stick Adaptor for XDCAM EX

Die letzte Neuvorstellung hätte Sony fast unterschlagen. Erst als ich dem Vertreter von Sony sagte, dass ich es schwer finde, die EX1 am Körper zu stabilisieren, holte er eine neue Schulterstütze/Stativplatte aus der Vitrine. In nur 15 Sekunden kann man damit die Kamera von einem Stativ auf die Schulter bekommen. Diese „transformereske“ Innovation gibt es ab Januar 2010 für ca. 550€.

Sony EX1 EX3 EX1R New ShoulderMount Quick-Release Tripod Adaptor Transformers from Alex Boerger on Vimeo.

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Anmerkung:

Sony hat die Fahrt nach Paris, ein Hotel und ein sehr leckeres Drei-Gänge-Menü für mich bezahlt. Ich habe trotzdem versucht so neutral wie möglich zu berichten. Wobei ich die Hoffnung habe, nochmal auf solche Ausflüge mitgenommen zu werden.