Mediale Selbstverteidigung

Als ich zum ersten mal über Twitter auf dieses Video gestoßen bin, war ich geschockt. Das hätte mir auch blühen können. Bisher dachte ich immer, solange ich bei einer Demo keinen Scheiß baue kann mir nichts passieren.

Ok, ich höre schon auf mit dem dramatisieren, ich will hier auch keinen Polizeistaat ausrufen und ich glaube nicht, dass diese Einschüchterung systematisch passierte. Aber wie ich im Video zu erkennen glaube, ist die ganze Gruppe daran beteiligt ist. Es handelt sich leider nicht um einen Einzeltäter. Keiner stellt sich seinem Kollegen in den Weg und hilft dem Bürger.

Neben dieser bitteren Seite, hat die Geschichte aber auch etwas gutes.

180.000 Klicks in zwei Tagen

und diverse Screengrabs in Zeitungen und Newsseiten sorgen jetzt für die nötige Aufmerksamkeit. Mit jedem der das Video gesehen wächst der Druck auf die Politik. Ich hoffe man findet die Ursachen für solches Verhalten und bekommt es in den Griff, damit ich auch weiterhin gefahrlos demonstrieren kann.

Ich schreibe diesen Artikel als präventive mediale Selbstverteidigung.

http://netzpolitik.org/2009/fsa09-unerfreuliche-polizei-aktion/

Open Ride: Juhu und Mist

Bild: Open Ride (Rechte bei Fraunhofer Fokus)

Am 1. September haben wir die Idee zu Wikit.org ins Netz gestellt und bereits am 4. September stellte Fraunhofer FOKUS ein sehr ähnliches Projekt vor: Open Ride

Auf der einen Seite freue ich mich sehr, weil dass die Idee viel stärker in die Öffentlichkeit gebracht hat, auf der anderen Seite nimmt das natürlich unserem Projekt erst mal den Wind aus den Segeln. Meine Motivation, weiter daran zu arbeiten, ist erst mal dahin.

Jetzt haben wir über einen Monat an dem Projekt gearbeitet und dann zieht das Fraunhofer Institut an uns vorbei. Ich bin echt froh, dass ich bei der Präsentation so aufs Gas gedrückt habe, damit die schnell online kommt. Immerhin waren wir 4 Tage „schneller“ (klar gab es schon früher Spuren im Netz, aber erst seit der IFA ist die Idee wirklich auffindbar). 4 Tage später hätte ich mich aber schon wie nen Depp gefühlt und unsere Version vielleicht garnicht mehr online gestellt.

Jetzt können wir uns zumindest freuen, dass unser Projekt beim Fraunhofer auf Interesse gestoßen wäre.

Und wie gehts weiter?

Ich bin mir sicher, dass wir andere Ansätze entwickelt haben, deshalb werde jetzt erst mal Kontakt mit Open Ride aufnehmen und dem Team unsere Unterstützung anbieten.

Wikit: Toller Start, aber anders als gedacht

Zusammen mit Ago hatte ich Mitte Juli die Idee eine mobile Mitfahrgelegenheit zu entwickeln. Wir haben die Idee längere Zeit mit vielen Freunden besprochen um sie weiter zu entwickeln und das Ergebnis jetzt auf Wikit.org präsentiert. Um die Idee leichter zugänglich zu machen, haben wir dazu eine Präsentation gefilmt. Eher als Zusatzinformation habe ich die Folien dann auch bei Slideshare angeboten. Als dann am nächsten Tag die Folie als „Presentation of the day“ ausgesucht wurde war ich baff.

wikit-slideshare-ssod

Ich freue mich sehr, dass es in der ersten Woche bereits über 1000 Zugriffe auf die Idee gab (Slideshare:750, Youtube:300), aber habe nicht damit gerechnet, dass Slideshare viel mehr Klicks verursacht als Youtube. Aber eigentlich sollte mich das garnicht überraschen, denn die Konkurrenz bei Youtube ist um ein vielfaches höher. Bei Slideshare war es einfacher aus der Masse heraus zu stechen.

Und was lerne ich daraus?

In Zukunft werde ich die Präsentationen nicht mehr nur als Zusatz eines Vortrags betrachten, sondern sie stärker so gestalten, dass sie als alleiniger Informationsträger ausreichen. Ich habe mich vielleicht zu sehr an TED orientiert, aber die haben bereits ein festes Publikum und für sie reicht der Fokus auf die Videos vollkommen aus. Jetzt ist nur die Frage wie man die unterschiedlichen Anforderungen an Live-Präsentation und Nur-Folien-Präsentation vereinen kann. Für optimale Ergebnisse sollte man zwei verschiedene Version zu erstellen.

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Warum Social Media die Kommunikation verändert

Immer das Gleiche, nur schneller und anders!

Auf die direkte Kommunikation hat Social Media erst mal nur geringen Einfluss. Zwei Menschen tauschen sich mit Hilfe von Texten, Sprache und Gesten aus. Soziale Netzwerke bieten hier erst mal nur eine andere Form an, neben Briefen, Telefonaten, Treffen, E-Mails usw. Ein Vorteil bei Sozialen Netzwerken ist allerdings, dass es leichter Feld seine Bekannten im Auge zu behalten. Eine neue Adresse stellt kein Hindernis mehr für die Kommunikation dar. Es hat also durchaus ökonomische Vorteile. Es ist also eine Art sich selbst aktualisierendes Telefonbuch.

Jetzt mit 600% mehr Überraschungen

Das spannende an Sozialen Netzwerken sind viel mehr die ungerichteten Informationen: Die Statusmeldungen. Oft werden diese Botschaften als Belanglosigkeiten bezeichnet, aber sie stellen den eigentlichen Mehrwert dieser Netzwerke dar. Zum Einen sind Sie durchaus sehr nützlich. Ob und wie lange jemand im Urlaub ist, hilft mir abzuwegen, ob ich sofort anrufe oder besser noch ein paar Tage warte. Das hat für beide Seiten Vorteile, der Urlauber wird am Strand weniger mit Nachrichten belästigt. Und der Anrufer, weiß wann es sinnvoll ist sich zu melden. Neben diesen „Fakten“, gibt es aber auch unterhaltsame Momente (Lustige Videos), informatives (links auf Nachrichten), politisches (Zensursula), kritsches, persönliches und teilweise sogar Lyrik. Die einzelne Botschaft mag hierbei vielleicht nur eine geringe Bedeutung haben, aber in ihrer Gesamtheit vermitteln sie Umrisse des Gegenübers. Diese Umrisse sind meist sogar genauer als jeder Party-Smalltalk und diese Informationsfetzen werden zunehmend die Grundlage für solche Gespräche. Man findet leichter gemeinsame Themen über die man sich austauschen kann. Es ist aber nicht so, dass man durch die Statusmeldungen immer mehr vom selben mitbekommt. Da jeder unterschiedliche Interessen hat, vermischen sich diese gemeinsamen Themen mit vielen anderen Einflüssen.

Statusmeldungen sind ein Katalysator für Freundschaften

Hier wirds interessant, als Telefon noch das Leitmedium war, wäre niemand auf die Idee gekommen einen Bekannten mal so anzurufen, um herauszufinden ob man gemeinsame Interessen hat. Der Kontakt schlief viel öfter einfach ein. Heute kann aber aus jeder Statusmeldung ein neues Gespräch und mit der Zeit neue Freundschaften entstehen. Statusmeldungen sind dadurch für die Bekannten (weak Ties) bedeutender als für Freunde. Freunde haben diese „Statusmeldungen“ schon vor dem Internet oft mitbekommen. Aber die Nachrichten der „Weak ties“ sind die Würze in der Suppe 2.0. Es gibts bereits Hinweise, dass Soziale Netzwerke die Zahl der sozialen Kontakte erheblich steigern können.

Al Gore für Arme: Unser Versuch die Welt zu verbessern

Gestern habe ich mit Ago zum ersten mal eine Präsentation unserer Idee zur Reduzierung des Straßenverkehrs aufgezeichnet. Es ging uns zuerst einmal darum die Idee in unserem Umfeld zur Diskussion zu stellen.

Ziel ist es erst mal ein paar Unterstützer zu finden, die uns helfen ne Präsentation auf Al Gore Niveau zu machen. Also meldet euch bei mir, wenn ihr Lust habt zu helfen.

www.wikit.org