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Ich wirke so steif – Lampenfieber und der Egofilm beim Film

Ein Feedback, dass ich jetzt schon ein paar mal von meinen Kunden bekommen habe war:

Das Video ist echt gut geworden, aber ich komme so steif rüber

Das fand ich deshalb auch so interessant, weil mir das gar nicht aufgefallen ist. Und auch wenn andere Frage, die diejenige Person gar nicht kennen, fällt die Steifheit garnicht ins Gewicht. Ich denke dabei spielt zum einen eine Rolle, dass die Selbst- und Fremdwahrnehmung meist sehr unterschiedlich sind. Jeder kennt das Phänomen wenn er ein Gruppenbild anschaut. Als erstes sucht man sich selber: „Sehe ich gut aus?“ und bemerkt die anderen auf dem Foto fast gar nicht.

Mein Ego-Film

Ich selber hatte diese bedenken auch über Jahre. Obwohl ich Medien-Design studiert habe, wollte ich in den ersten 2 Jahren auf keinen Fall gefilmt werden. Ich dachte immer, ich seh einfach besch..eiden aus. Als ich dann aber ein Making-Of zu einem Kurzfilm Schnitt und ich Standbilder von jedem anderen sah, bemerkte ich 1. Das andere auch bescheiden aussehen und 2. Mir das, beim normalen betrachten des Films überhaupt aufgefallen ist.

Wir selber sehen uns total anders als andere uns sehen. Wir sind es einfach nicht gewohnt uns selber zu betrachten.

Trotzdem werde ich das Problem jetzt nicht einfach ignorieren, sondern versuchen auch da eine Lösung zu finden.

Mir ist aufgefallen, dass es hilft Menschen eher über die Schulter zu filmen und sie bei einer Tätigkeit zu begleiten und dabei Fragen zu stellen, statt Sie einer frontalen Interview Situation aus zu setzten. Wenn sie auf etwas anderes Konzentriert sind, kommen die meisten viel lockerer rüber.

Hier noch ein klassisches Video von mir 🙂

"Customer/Problem fit" & "Problem/Solution fit" für die 1000-Stunden-Woche

Customer/Problem fit

Den ersten kleinen Erfolg bei der 1000-Stunden-Woche kann ich verbuchen: Es haben sich einige angemeldet, die Conversion Rate ist top, die Mails werden geöffnet und die Videos angesehen. Das heißt, ich habe den Customer/Problem fit erreicht. (Das heißt auf Lean Startup, dass es wirklich Leute gibt, die gerne Videos für sich arbeiten lassen würden.)

Was mir allerdings noch nicht gelungen ist, ist der

Problem/Solution fit

Beim Problem/Solution fit, geht es darum, dass ein Angebot auch wirklich ein Problem löst. Ich habe zwar erst einen kleinen Teil meines Kurses ausgeliefert, aber nur ein einziger Teilnehmer hat auf dieser Grundlage ein Video gemacht. Bevor ich also weiter im Blindflug ausliefere sollte ich da nochmal genauer herausfinden, was die Teilnehmer von der Video-Produktion abhält. Offiziell ist es das fehlende Know How, aber was mir mittlerweile als Muster bei den Auftragsproduktionen aufgefallen ist: Die meisten Leute finden sich selber zu steif. Das heißt, sie fühlen sich nicht wohl vor der Kamera, bzw. mögen sich nicht selber im Video sehen.

Um hier eine funktionierende Lösung anbieten zu können, muss ich also nicht nur die technischen Grundlagen in den Griff bekommen, sondern auch verstärkt die Angst nehmen.

Was mich wütend macht! Wo ich mich machtlos fühle!

An machen Tagen fällt es mir nicht leicht mich auf meine Arbeit zu konzentrieren, weil ich einfach zu wütend bin und mir einfach kein Weg einfällt etwas zu ändern.

Aber sagen darf ichs ja mal:

  • Das Staatsfernsehen (ARD, ZDF), das uns vorgaukelt unpolitisch zu sein
    • Wer entscheidet denn über Budget und Intendanten?
  • Die Zeitungen, die ihre Pressefreiheit nutzen um ihren Anzeigenkunden zu dienen
    • Zeitungen verkaufen Leser und nicht Nachrichten
  • Die Schulen, die uns beibringen in einer Demokratie zu leben
    • Und den Schülern vor allem beibringen still zu sitzen und Ungerechtigkeiten hinzunehmen
  • Die Banken, die erst absahen und dann beim Staat betteln
    • So lange die Anleger sich keine Sorgen um ihr Geld machen müssen, weil Banken vom Staat gerettet werden, wird es weiter Blasen geben
  • Die Banker, die nichtmal wissen wie Geld funktioniert
    • Fragt mal euren
  • Die Korruption in Mainz und Deutschland
    • AHHHHH
  • Meine Mitbürger, die sich alles gefallen lassen
    • Und wieder die selben Parteien wählen
  • Die Pharmaindustrie, die mit Patenten ihren Markt schützt und Menschen verrecken lässt
    • Alle Jahre wieder wird eine Grippe durchs Land getrieben die uns alle tötet! Und der Staat kauft sofort das Wundermittel
  • Die Automobilhersteller, die mit Angst um Arbeitsplätze ihre veraltetes Geschäftsmodel retten
    • Mit dem Geld könnten wir auch ÖPNV für alle finanzieren und würden uns gleichzeitig unabhängiger vom Öl machen

ich habe keine Angst

aber Rückenschmerzen!

Ich war Montag und Dienstag mit Ago in Berlin um den Internetbrunnen beim Betapitch vorzustellen, aber dazu später mehr. Schon auf dem Weg dahin sind mir an diversen Orten Polizisten mit Maschinengewehren begegnet. Deshalb waren die Terrordrohungen an jeder Ecke das Thema. Aber es ist nicht so, dass die Masse verängstigt ist, eher genervt. Selbst als ich am frühen Dienstag Abend mit der U-Bahn von Neukölln die Stadt fahren wollte und erst in der U-Bahn Station erfahren habe, dass die Bahnen wegen eines Polizeieinsatzes nicht fährt, war niemand beunruhigt. Ich machte mich dann auch den Weg, zur nächsten Linie und kam dabei zufällig zum Platz des Geschehens: dem Hermannplatz. Die Polizei sperrte gerade die Straßen ab und erklärte den Passanten, dass sie besser Bus fahren oder zu Fuß gehen sollten. Angst hatte niemand, aber es wurden Witze gemacht: „Das war doch bestimmt ne Taxifahrer, der sofort Kunden braucht“, „die haben wohl bei Karstadt die Kofferabteilung gesperrt“. Ich machte mich also weiter auf den Weg, in den Bussen stapelten sich Menschen. Und ich entschied mich, doch besser zu laufen. Erst am Kottbusser Tor fuhren wieder Bahnen.

Was für eine Panikmache, aber das Tolle war, dass es an allen abprallte. Niemand schrie, keiner rannte (außer zum Taxistand). Ich denke Gelassenheit ist die einzige wirkungsvolle Antwort auf den Terror.

http://wirhabenkeineangst.de/ich-habe-keine-angst-so-lange-es-projekte-wie

Gefährlicher als es ein Terroranschlag für unseren Staat jemals sein könnte, sind überaktive Politiker. Sie wollen im Windschatten einer vermeintlichen oder realen Terrorbedrohung unsere Freiheitsrechte beschneiden, Überwachungsstrukturen schaffen und ganze Bevölkerungsgruppen unter Pauschalverdacht stellen. Geben wir der Angst nach, haben die Terroristen gesiegt. Das gönnen wir ihnen nicht! Daher rufen wir allen politischen Entscheidungsträgern zu: Wir haben keine Angst!
http://wirhabenkeineangst.de/