Ich wirke so steif – Lampenfieber und der Egofilm beim Film

Ein Feedback, dass ich jetzt schon ein paar mal von meinen Kunden bekommen habe war:

Das Video ist echt gut geworden, aber ich komme so steif rüber

Das fand ich deshalb auch so interessant, weil mir das gar nicht aufgefallen ist. Und auch wenn andere Frage, die diejenige Person gar nicht kennen, fällt die Steifheit garnicht ins Gewicht. Ich denke dabei spielt zum einen eine Rolle, dass die Selbst- und Fremdwahrnehmung meist sehr unterschiedlich sind. Jeder kennt das Phänomen wenn er ein Gruppenbild anschaut. Als erstes sucht man sich selber: „Sehe ich gut aus?“ und bemerkt die anderen auf dem Foto fast gar nicht.

Mein Ego-Film

Ich selber hatte diese bedenken auch über Jahre. Obwohl ich Medien-Design studiert habe, wollte ich in den ersten 2 Jahren auf keinen Fall gefilmt werden. Ich dachte immer, ich seh einfach besch..eiden aus. Als ich dann aber ein Making-Of zu einem Kurzfilm Schnitt und ich Standbilder von jedem anderen sah, bemerkte ich 1. Das andere auch bescheiden aussehen und 2. Mir das, beim normalen betrachten des Films überhaupt aufgefallen ist.

Wir selber sehen uns total anders als andere uns sehen. Wir sind es einfach nicht gewohnt uns selber zu betrachten.

Trotzdem werde ich das Problem jetzt nicht einfach ignorieren, sondern versuchen auch da eine Lösung zu finden.

Mir ist aufgefallen, dass es hilft Menschen eher über die Schulter zu filmen und sie bei einer Tätigkeit zu begleiten und dabei Fragen zu stellen, statt Sie einer frontalen Interview Situation aus zu setzten. Wenn sie auf etwas anderes Konzentriert sind, kommen die meisten viel lockerer rüber.

Hier noch ein klassisches Video von mir 🙂

1 Antwort
  1. Leonhard Ullrich
    Leonhard Ullrich sagte:

    Das Problem kenne ich auch zu gut. Vor der Kamera fühle ich mich ein wenig seltsam, verkrampfe leichter, meine sprachlichen Fehler, wie „Ähs“ und „Öhs“ fallen mir beim Sprechen direkt auf, so dass ich den Text, den ich sagen will direkt wiederhole. Teilweise sage ich einen Satz 20 mal, bevor er mir wirklich gefällt. Im Schnitt fällt mir dann auf, dass die andere Aufnahme mit mehr Ähs und Denkpausen, wenn es nicht zuviele sind, gar nicht so schlimm rüberkommt.
    Bei anderen fallen mir solche Lückenfüller erst auf, wenn es sehr viele sind und es so wirkt, als habe sich der Sprecher nur wenig Gedanken darüber gemacht, was er erzählen will.

    Zum Videodreh über die Schulter:
    Hierbei kann man auch herrlich Schneiden und Tonspur und Videospur asynchron laufen lassen, falls man unpassendes wegschneiden muss. Es sei denn es wurden gleichzeitig Sprache und Geräusche (die auf dem Bild erkennbar hervorgerufen wurden) erzeugt.

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