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Ich wirke so steif – Lampenfieber und der Egofilm beim Film

Ein Feedback, dass ich jetzt schon ein paar mal von meinen Kunden bekommen habe war:

Das Video ist echt gut geworden, aber ich komme so steif rüber

Das fand ich deshalb auch so interessant, weil mir das gar nicht aufgefallen ist. Und auch wenn andere Frage, die diejenige Person gar nicht kennen, fällt die Steifheit garnicht ins Gewicht. Ich denke dabei spielt zum einen eine Rolle, dass die Selbst- und Fremdwahrnehmung meist sehr unterschiedlich sind. Jeder kennt das Phänomen wenn er ein Gruppenbild anschaut. Als erstes sucht man sich selber: „Sehe ich gut aus?“ und bemerkt die anderen auf dem Foto fast gar nicht.

Mein Ego-Film

Ich selber hatte diese bedenken auch über Jahre. Obwohl ich Medien-Design studiert habe, wollte ich in den ersten 2 Jahren auf keinen Fall gefilmt werden. Ich dachte immer, ich seh einfach besch..eiden aus. Als ich dann aber ein Making-Of zu einem Kurzfilm Schnitt und ich Standbilder von jedem anderen sah, bemerkte ich 1. Das andere auch bescheiden aussehen und 2. Mir das, beim normalen betrachten des Films überhaupt aufgefallen ist.

Wir selber sehen uns total anders als andere uns sehen. Wir sind es einfach nicht gewohnt uns selber zu betrachten.

Trotzdem werde ich das Problem jetzt nicht einfach ignorieren, sondern versuchen auch da eine Lösung zu finden.

Mir ist aufgefallen, dass es hilft Menschen eher über die Schulter zu filmen und sie bei einer Tätigkeit zu begleiten und dabei Fragen zu stellen, statt Sie einer frontalen Interview Situation aus zu setzten. Wenn sie auf etwas anderes Konzentriert sind, kommen die meisten viel lockerer rüber.

Hier noch ein klassisches Video von mir 🙂

Die Filmproduktion zum mitnehmen – Mein Video-Rucksack

Diese Ausrüstung habe ich mir extra für meinen zweimonatigen Trip in die USA zusammengestellt und die einzige Änderung ist das kleine Stativ, dass ich jetzt noch dabei habe.
Dank dieser Ausrüstung bin ich schnell und flexibel und muss nicht jedes mal einen Kleinbus mieten, wenn ich etwas filmen will.

Falls du Fragen zu dem Equipment hast, dann schreib mir doch einen Kommentar.

Sony "hackt" sich selbst und andere Low-Budget News

AlEX_schulter_DSC_0022

Am Dienstag hat Sony auf der SATIS in Paris einige neue Produkte und ihre neue Strategie vorgestellt. Sony reagiert auf den durch die Wirtschaftskrise bedingten „gut genug“-Trend und präsentiert neben einer neuen Schulter SxS Solidstate Kamera (PMW-350) und der überarbeiteten EX1r auch einige kleine aber für Low-Budgetfilmer um so feinere Innovationen. Die „Hammer“-Kamera blieb für mich aber aus. Bestimmt gibt es viele Broadcaster, die sich über die PMW-350 freuen, für Indie-Filmer ist die Kamera mit 17.000€ aber zu teuer.

PMW350_DSC_9970k

Bei der Ex1r gab es keine großen Überraschungen. Als vorgestellt wurde, dass das wichtigste neue Feature SD-Aufzeichnung ist, schoss mir sofort: „und alle so yeaahh“ in den Kopf. Das R steht wohl für Retro. Neben dieser neuen Funktion wurde auch die Bedienung der Kamera verbessert:

  • Viele Bedienschalter und das Fokus-Rad wurden Orange hinterlegt. Man kann also leichter die Einstellungen ablegen.
  • Die Knöpfe unter dem Griff wurden ausgetauscht und wirken jetzt präziser.
  • Es gibt einen neuen S&Q-Knopf, mit dem man andere Framerates einstellen kann ohne dafür ins Menü zu gehen.
  • An der Zoomwippe gibt es jetzt einen Auto-Belichtungs-Knopf.
  • Ein Schraubgewinde am Ende des Griffs ermöglicht es mehr Zubehör an die Kamera zu montieren.
  • Es gibt jetzt einen HDMI Ausgang.
  • Die Videoausgänge wurden auf der Rückseite der Kamera angebracht.
  • Der Handgriff wurde ergonomischer gestaltet und das Gewicht der Kamera lässt sich leichter tragen.

EX1 - EX1R Vergleich

Dies sind alles Details, die die tägliche Arbeit mit der Kamera leichter machen, aber für Besitzer der EX1 keine wirklichen Gründe für den Umstieg liefern. Und auch wer jetzt hofft, dass er durch den neuen SD-Modus Speicherplatz sparen kann, den muss ich enttäuschen. Die Kamera zeichnet dann im DV-CAM-Format auf, das 25Mbit/s statt 35Mbit/s belegt.

Aber Low-Budget-Filmer müssen nicht enttäuscht sein. Denn beim Zubehör gibt es zwei Highlights:

Der MemoryStick Adapter (ca. 100€) erlaubt die Benutzung von günstigeren MemorySticks (67 € für 16GB) statt der teuren SxS-Karten. Es gibt zwar hier ein paar Einschränkungen bei höreren Framerates, aber im Gegensatz zum Kensington Hack bietet diese Lösung günstigere Speicher ohne Garantieverlust.

Memory Stick Adaptor for XDCAM EX

Die letzte Neuvorstellung hätte Sony fast unterschlagen. Erst als ich dem Vertreter von Sony sagte, dass ich es schwer finde, die EX1 am Körper zu stabilisieren, holte er eine neue Schulterstütze/Stativplatte aus der Vitrine. In nur 15 Sekunden kann man damit die Kamera von einem Stativ auf die Schulter bekommen. Diese „transformereske“ Innovation gibt es ab Januar 2010 für ca. 550€.

Sony EX1 EX3 EX1R New ShoulderMount Quick-Release Tripod Adaptor Transformers from Alex Boerger on Vimeo.

ex1r_shouldermount

Anmerkung:

Sony hat die Fahrt nach Paris, ein Hotel und ein sehr leckeres Drei-Gänge-Menü für mich bezahlt. Ich habe trotzdem versucht so neutral wie möglich zu berichten. Wobei ich die Hoffnung habe, nochmal auf solche Ausflüge mitgenommen zu werden.

Für Sony nach Paris – Die neue Kamera

Geiler Scheiß, Sony bezahlt mir nen Kurztrip nach Paris, damit ich mir ne neue Kamera anschaue und „Below-the-Line“ darüber berichte. Die Chance dabei teilzunehmen hat mir Steffen von Unexpected und Hackermovies ermöglicht. Morgen gehts los.

Das ist jetzt nicht die erste Kamera, die ich teste, aber ich muss mir zum ersten mal Gedanken machen wie ich mit Kritik umgehe. Die Presseagentur von Sony hat mir zwar gesagt, dass sie mein Urteil nicht beeinflussen wollen, aber in wieweit ich mich selber zensiere, ist für mich die Frage. „Niemand beißt die Hand, die einen füttert“. Ich bin gespannt auf die Kamera und hoffe wirklich, dass ich von ihr begeistert bin. Aber noch ist alles Spekulation.

Auf Hackermovies habe ich schon mal nach Hammer-Features für die neue EX gefragt:

http://www.hackermovies.com/501571/hammer-features-bei-der-neuen-sony-ex

Mehr zur Kamera dann auf Hackermovies und zur „Hand die einen füttert“ hier.

Red am Set

kein fetter Artikel, aber da ich grad eh ne Liste für mich aufgestellt habe kann ich die auch grad veröffentlichen:

Ausstattung

Gute Ausstattung (Kopierzeiten für eine CF Karte inkl. Kontrolle 8 min.)

  • Mac Book Pro
  • Netzteil
  • 2* CF Cardreader (Lexar Professional oder SanDisc Pro)
  • Lacie ExpressCard auf 2*Firewire 800
  • Festplatten 2* Raid 1 (FW800)
  • Maus mit Rad
  • USV (Unabhängige Strom Versorgung)

Minimal (Kopierzeit: 15-20 min):

  • Macbook
  • Netzteil
  • 1 USB 2.0 CF Cardreader
  • 2 USB 2.0 Festplatten

Nachteil: Red Cine unterstützt keine Farbkorrektur, weil das Macbook kein OpenGL hat

Ablauf:

  1. Karte oder Raid auf erste Backup-Platte kopieren
  2. erste Backup-Platte auf die 2.Backup Platte kopieren
  3. Daten von der zweiten Backup-Platte in Red-Cine laden und sichten
  4. Karte oder Raid freigeben

Anmerkungen:

  • Red-Raid und Red-Ram besser erst am Ende des Drehtags löschen
  • Es gibt zwar Software die automatisch Backups erstellt und überprüft (r3d data manager) die ist aber zu langsam für aktuelle Notebooks
  • ein weiterer Vorteil der Kontrolle mit RedCine ist, dass man sofort Über- oder Unterbelichtungen erkennt.