Offener Brief an Herr Schäuble (CDU) und Herr Wissing (FDP): Unternehmer sein, muss einfacher werden.

Nachdem ich mich jedesmal über unser Steuersystem aufrege, weil es mich Zeit und Nerven kostet, habe ich jetzt mal eine Mail an Herr Schäuble und Herr Wissing geschrieben. Statt den Bürgern zu raten einen Steuerberater zu besuchen, sollte man besser versuchen, das Steuernzahlen kinderleicht zu machen, so dass auch ich als Diplom-Designer das hinbekomme.

Hier die Mail:

Sehr geehrter Herr Schäuble,

ihr Kollege vom Wirtschaftsministerium hat mich bei der Gründermesse Ignition in Mainz mit meinem Anliegen an Sie verwiesen und bevor ich mich weiter aufrege schreibe ich Sie direkt an.

Ich bin seit zwei Jahren Diplom Designer, arbeite Selbständig und habe das mit den Steuern noch immer nicht richtig verstanden. Deshalb habe ich einen Vorschlag an Sie.

Die Unternehmer Karte

Ich wäre Ihrem Ministerium sehr dankbar, wenn Sie so etwas wie eine Unternehmer Karte einrichten würden, die ich bei Transaktionen für mein Unternehmen einfach durch ein Lesegerät ziehe und mit der die Rechnungen automatisch zu meiner Steuererklärung hinzugefügt werden. Wenn ich hingegen selbst Geld einnehme, habe ich ebenfalls ein Lesegereät, durch dass das andere Unternehmer ihre Karte ziehen. Einnahmen die ich mache landen, dann nicht mehr direkt auf meinem Konto, sondern gehen auf ein Treuhandkonto des Bundes und mir wird nur der Anteil überwiesen, der mir nach Steuern bleibt. Klar wäre dafür eine Änderung des Steuerrechts nötig und es wird sicher auch Bedenken wegen dem Datenschutz geben, aber man könnte damit ja optional starten.

Computer sind heute technisch in der Lage diese Berechnungen in Echtzeit durchzuführen und ichkönnte mich stärker auf meine Dienstleistungen konzentrieren, statt mich mit Steuern auseinander zu setzen. Ich denke, dass ich nicht der einzige bin, der Probleme mit dem Steuersystem hat und es nicht ganz versteht.

Ich vermute, dass durch diese Vereinfachung mehr Menschen in die Lage versetzt werden ein Unternehmen zu führen und so zum Einen bei Sozialleistungen gespart wird und gleichzeitig mehr Menschen Steuern bezahlen.

Ich würde mich freuen, wenn Sie diesen Vorschlag in Betracht ziehen würden und würde Sie gerne bei der Entwicklung eines solchen Systems unterstützen. (es muss ja keine Karte sein, sondern könnte auch über SMS oder ähnliches gemacht werden)

Mit freundlichen Grüßen

Alex Boerger

Die Idee ist jetzt auch nicht erst heute entstanden, sondern hat schon ein paar Monate auf dem Buckel, aber bisher habe ich versäumt mich damit an die Zuständigen zu wenden.

Und hier schon mal der erste kleine Erfahrungsbericht:
Um die Kontaktdaten und Zuständigkeiten heraus zu bekommen, habe ich beim Bürgertelefon des Finanzministeriums und bei der FDP Fraktion angerufen und beide waren sehr nett und haben mir schnell weiterhelfen können.

4 Kommentare
  1. Tim
    Tim sagte:

    also so recht ausgereift ist das ja nicht. da fand ich regelungen wie „es gibt nurnoch mehrwertsteuer, aber die dann saftig“ wesentlich cooler. wer mehr verdient, kauft mehr, zahlt mehr. unternehmen untereinander zahlen garnix, weil am ende eh immer privatpersonen sitzen, die das geld irgendwo ausgeben. das kommt irgendwo auch aus dem umfeld „bürgergeld“ wenn ich mich richtig erinnere. auf jeden fall eine gute initiative.

  2. Alex
    Alex sagte:

    Hi Tim,

    darauf wie das Steuersystem angepasst werden muss, um meinen Vorschlag umzusetzen gehe ich ja garnicht ein, aber nur noch Mehrwertsteuer fände ich auch gut und würde es den Computern leichter machen.

  3. Hertz
    Hertz sagte:

    Lediglich hohe Mehrwertsteuern sind unfair für Menschen, die den Großteil ihres Einkommens konsumieren müssen(!) – z.B. Personen mit geringem Einkommen.

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  1. […] ein paar Wochen habe ich an das Finanzministerium und den zuständigen Vertreter der FDP eine Mail geschrieben, am 29.09. kam die erste Antwort: Sehr geehrter Herr […]

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