Wie die CDU-Mainz Bürger für Wahlwerbung nutzt

Schon bei der Ausschreibung des Wettbewerbs war ich misstrauisch. Die CDU-Mainz suchte Nutzungsvorschläge für den Kiosk an der Lessingstraße und das obwohl sie dort garnicht in der Regierung ist. Da ich zu der Zeit eh einen Text für den Internetbrunnen geschrieben hatte, reichte ich aber mal einen Vorschlag ein und dachte mir: „Mal schauen was dahinter steckt“.

Letzte Woche bekam ich dann die Nachricht:

Sehr geehrter Herr Boerger,

vielen Dank für Ihren Vorschlag. Die Jury fand ihn gut und möchten Ihnen am kommenden Freitag um 16 Uhr einen dritten Preis verleihen. Herzlichen Glückwunsch!

Ich habe mich ein wenig gefreut und entschied mich, mir mal die Verleihung anzuschauen. Als ich ankam, wurde ich von einer Mainzerin mit der Frage: „Haben Sie auch den dritten Preis bekommen?“ begrüßt und erfuhr kurz darauf, dass es den dritten Preis insgesamt 14 Mal gab.

Ist das ne Kaffee-Fahrt?

Als dann endlich die beiden Politiker Gerd Schreiner und Karsten Lange ankamen, wurde der Fake aufgelöst. Denn wie ich erwartet habe, hat der Wettbewerb keine wirklichen Auswirkungen auf die zukünftige Nutzung der Trinkhalle. Es ging nur darum Fotos mit engagierten Bürgern zu machen.

Es war zwar spannend die ganzen Ideen zu hören und einige hätten sich sicher umsetzen lassen und ich hätte gerne mal einen runden Tisch mit allen angesetzt, weil ich glaube, dass sich viele von den Preisträgern für ihre Neustadt engagieren würden. Aber der Vorschlag kam zu überraschend und nach dem Gruppenfoto waren alle sofort mit ihrem Preis (Käsekuchen oder Fresskorb) verschwunden.

Im Anschluss an die Veranstaltung sicherten mir die beiden CDU Botschafter zu, dass sie alle beteiligen anschreiben werden, um sie erst zur Ortsbeiratssitzung und später zu einer Diskussionsrunde einzuladen.

Falls den Versprechungen auch taten folgen, werde ich hier darüber berichten.

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